Tipps – echten Ökostrom erkennen

Abbildung 1: stock.adobe ©photlook #3964297 Am Strom, der aus der Steckdose kommt ist nicht erkennbar, ob es sich um Ökostrom handelt. Verbraucher die hier sichergehen wollen, müssen sich auf andere Kriterien verlassen.

In Deutschland beziehen über zehn Millionen Stromkunden bereits Ökostrom.  Doch was genau ist Ökostrom eigentlich? Der Begriff “Öko” ist nicht rechtlich geschützt, wie das zum Beispiel bei der Bezeichnung „bio“ bei Lebensmitteln der Fall ist. Verbindliche Standards gibt es keine. Damit ist der Nutzen für die Umwelt ebenso wenig garantiert. Verbraucher, die sichergehen wollen, dass sie wirklich grünen, umweltfreundlichen Strom bekommen, sollten auf die Labels für Ökostromanbieter achten.

Einfacher Wechsel

Der Strommarkt ist seit Jahren liberalisiert. In Deutschland kann heute jeder seinen Stromanbieter frei wählen und wechseln. Der Konkurrenzkampf unter den Anbietern ist daher entsprechend groß. Für die Verbraucher ist dies positiv, denn die Unternehmen versuchen mit attraktiven Tarifen um die Gunst der Kunden zu buhlen. Mit einem Wechsel können Kunden also bares Geld sparen. Durch die Auswahl eines Ökostromanbieters helfen sie gleichzeitig der Umwelt und sorgen für mehr Klimaschutz. Aufgrund des Konkurrenzkampfes lassen sich die Stromanbieter immer wieder etwas Neues einfallen, um neue Kunden zu gewinnen. So haben einige Anbieter Bonussysteme bei Tarifabschluss. Andere bieten hochwertige Bundles, wie der Stromanbieter Yello.

Öko-Strom-Label sorgen für mehr Transparenz

Wenn ein Anbieter verspricht, sein Strom sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz oder zur Energiewende, können Verbraucher dies anhand von Labels nachprüfen, die einen klar definierten Standard vorgeben. Wer den Standards entspricht, bekommt ein Label. Die Anforderungen und Kriterien nach denen die Labels vergeben werden, können dabei sehr unterschiedlich sein.

Zusatznutzen ist ebenfalls wichtig

Neben der 100-prozentigen Erzeugung aus regenerativen Energiequellen ist es beim Ökostrom auch wichtig, dass Energieversorger das Geld der Kunden nutzen, um die Energiewende aktiv voranzutreiben. Beispielsweise durch das Errichten oder Mitfanzieren von neuen Anlagen. Bei Ökostromanbietern ist deshalb die Zubauwirkung wichtig: Das bedeutet, dass empfehlenswerte Ökostromlabel garantieren, dass ein gewisser Teil der Einnahmen auch wirklich in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließt.

Abbildung 2: stock.adobe © adrian_ilie825 #191982107 Ökostromanbieter mit Label verpflichten sich in neue Anlagen zu investieren oder sie beziehen ihren Strom ausschließlich aus neuen Anlagen.

Das Grüner Strom Label ist zum Beispiel seit 1998 am Markt. Alle diesem Label angeschlossenen Unternehmen zahlen einen halben Cent pro Kilowattstunde in einen Fonds ein. Mit diesem Förderbeitrag werden dann neue Anlagen gebaut.

Es gibt auch noch andere Modelle wie das sogenannte Händlermodell. Dabei ist festgelegt, dass ein Stromanbieter einen festgelegten Anteil seines Stroms aus neuen Anlagen beziehen muss. Die Anlagen dürfen nicht älter als sechs Jahre sein. Damit soll die Nachfrage nach dem Strom aus Neuanlagen sichergestellt werden. Zugleich ist dies ein Anreiz für weitere Investitionen.

Neben dem Grüner Strom Label gibt es noch ein weiteres empfehlenswertes Ökostromlabel: Das ok-Power-Label. Dieses Label haben die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, das Öko-Institut Freiburg und der WWF (Wordwide Fund for Nature) ins Leben gerufen. Bei diesem Label können die Stromanbieter wählen, ob sie das Händlermodell oder das Investitionsfördermodell bevorzugen. Auf eines der beiden Modelle müssen sie sich festlegen. Die Investitionsfördermodelle investieren nicht nur in neue Anlagen, sondern auch in die Forschung, beispielsweise in neue Stromspeicher.

Kritische Konsumenten wollen mehr

Kritische Konsumenten wollen sich allerdings nicht nur darauf verlassen, dass ein Unternehmen irgendein Label für seinen Ökostrom hat. Sie wollen sicher sein, dass das Unternehmen auch sonst die Energiewende vorantreibt. Es ist durchaus denkbar, dass ein Kunde einen zertifizierten Ökostrom-Tarif bucht und dann feststellen muss, dass der Anbieter ansonsten hauptsächlich Kohle- und Atomstrom vertreibt. Für viele Verbraucher kommt das nicht infrage.

Ein Wermutstropfen bleibt

Bei allen vorgestellten Labels gibt es dennoch einen Wermutstropfen. Die Siegel sagen nichts oder nur sehr wenig darüber aus, ob Tiere zu Schaden kommen, wenn die Anlagen errichtet werden. Das ist beispielsweise bei Windkrafträdern oder den Turbinen in Wasserkraftwerken ein Problem.

Tipp: Smart Meter ergänzt den Ökostrom

Abbildung 3: stock.adobe © Günter Menzl #18840427 Mit der herkömmlichen Stromuhr ist smart metering nicht möglich. Mit einem Smart Meter können Verbraucher genau sehen, wann sie den meisten Strom verbrauchen. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf die stromfressenden Geräte ziehen.

Viele Stromnutzer vergessen oft, dass der umweltfreundlichste Strom der ist, den niemand verbraucht hat. Jede gesparte Kilowattstunde hilft der Umwelt, denn dafür müssen gar nicht erst neue Wind- oder Solaranlagen gebaut werden.

Hier empfiehlt sich ein Smart Meter als Ergänzung. Durch das Monitoring des eigenen Stromverbrauchs wächst das Bewusstsein für den Energiebedarf und zeigt Möglichkeiten auf, diesen zu optimieren. Stromfresser lassen sich leicht identifizieren. Einfache Verhaltensanpassungen zeigen einen direkten Effekt. Wichtig ist, dass die Konsumenten lernen ihren Verbrauch zu verstehen. Dann können sie entsprechende Maßnahmen ergreifen, um Strom zu sparen.

Außerdem können Verbraucher mit einem Smart Meter einen stündlichen Tarif vereinbaren. Planbare Lasten lassen sich verschieben, beispielsweise die Waschmaschine zu starten oder das E-Auto zu laden.