Do it yourself: Warum selber machen im Trend liegt

Do it yourself: Warum selber machen im Trend liegt
Es war nie einfacher, einzukaufen und nach Herzenslust zu shoppen wie in der heutigen Zeit. Alles, was es braucht, sind ein Computer, ein Internetzugang und das nötige Kleingeld für die Begleichung der Rechnungen. Onlineshopping boomt in Deutschland.
Manchen Bundesbürgern ist das nicht mehr genug. Sie kehren sich ab vom Shoppingwahn und legen selbst Hand an. Do it yourself (DIY) – Selbermachen – ist total angesagt. Sei es basteln, stricken, malen oder Schmuck designen für sich selbst oder die Freunde. Was es mit dem Trend auf sich hat, erklärt dieser Ratgeber.

Die Kontrolle zurückgewinnen
Für Verhaltensforscher ist es wenig überraschend, dass immer mehr Mitmenschen selbst zur Bastelschere oder zur Stichsäge aus dem Baumarkt greifen und kreativ sind. Ein Grund liegt in dem stressigen Arbeitsalltag der Deutschen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob jemand auf Station im Krankenhaus oder als Moderator im Radio tätig ist. Im Arbeitsalltag können Angestellte oft nur noch reagieren und den Tätigkeiten hinterherrennen.
Ungestört etwas zu Ende bringen, das ist auf der Arbeit nicht möglich. Beim Selbermachen zu Hause hingegen schon. Einen Winterschal von Anfang bis Ende fertig zu stricken verleiht das Gefühl, dem Stress des Alltags auszuweichen.

Individualität in einer globalisierten Welt
Der Wunsch nach Einzigartigkeit ist ein weiterer Grund, der Menschen so DIY treibt. Damit ist die Abgrenzung vom Alltäglichen und Gewöhnlichen gemeint. Globale Konzerne haben dazu geführt, dass Menschen sich überall auf der Welt ähnlicher werden. Selbermachen und auf regionale Produkte setzen ist der unterbewusste Wunsch, sich dagegenzustemmen.
Ein Beispiel: Hochwertiges Weißgold kaufen von einem deutschen Anbieter und daraus individuellen Schmuck gestalten ist unter DIY-Anhängern gefragt. Sie unterstützen damit den regionalen Handel und können einzigartigen Schmuck gestalten. Weißgold wird für seine zeitlose Schönheit geschätzt. Bei hochwertigen und edlen Schmuckstücken kommt dieses Material zum Einsatz, etwa bei Trauringen für Brautpaare. Darüber hinaus hat Weißgold den Vorteil, dass es sich leicht verarbeiten lässt. Erhältlich in verschiedenen Stärken und Formen bietet sich das Material für das Selbermachen von Schmuck an.

Das Streben nach Glück
Neben der Förderung der eigenen Kreativität und dem Abbau von Stress hat Selbermachen einen weiteren wichtigen Vorteil: DIY macht glücklich. An einer Sache arbeiten zu können ohne jeglichen Zeitdruck und am Ende das fertige Werk sehen fördert die eigene Gesundheit. Millionen Glückshormone werden ausgeschüttet und heben die Laune enorme.
Das fertige Werk begutachtet der Schöpfer dadurch selbst auch deutlich weniger kritisch als ein Dritter. Beim Bekleidungsspezialisten TK Maxx und der Konkurrenz kauft niemand ein Kleidungsstück mit einem Makel. Ist der Schal jedoch selbstgemacht, sieht man kleine Verarbeitungsfehler plötzlich gar nicht mehr so kritisch.

Kreativität bedarf keinen Druck
Für Verhaltensforscher sind die Menschen heute nicht kreativer als in der Vergangenheit. Einzig der Wunsch ist heutzutage ausgeprägter. Gewachsen ist der Wunsch, das eigene Potenzial zu nutzen und sich den kritischen Blicken Gleichgesinnter zu stellen, etwa auf der Online-Pinnwand Pinterest.
Der DIY-Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen, da sind sich die Forscher sicher. Nur eines darf nicht passieren: Kreativität darf nicht in Druck ausartet. Dient DIY nicht mehr der Entspannung, weil etwa Geld mit den eigenen Werken verdient wird, steigen Anspruch und Stress und die Motivation sinkt im Gleichschritt.