22. Jahrhundert: Wie könnte der Alltag aussehen?

Wie die Welt im nächsten Jahrhundert aussieht, weiß niemand. Im Jahr 2019 hätten selbst die kreativsten Analysten die Entwicklungen von diesem Jahr nicht voraussehen können. Es ist jedoch spannend, Utopien zuzulassen und auf Basis der heutigen Entwicklung zu überlegen, was in 100 Jahren alles möglich sein könnte.

Gesellschaftliche Entwicklung im Lauf der Zeit

Bis zum 22. Jahrhundert, das am 01.01.2101 beginnt, wird sich auf unserem Planeten mit Sicherheit einiges Verändert haben.  So wird zum Beispiel der Klimawandel in den nächsten 80 Jahren einschneidende Spuren auf der Erde hinterlassen haben. Auch die Menschen selbst werden sich verändern und an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Eine genaue gesellschaftliche Entwicklung ist schwer vorhersehbar. Schließlich wusste auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Industrialisierung in vollem Gange war, noch niemand, dass nur 100 Jahre später das Internet die Welt miteinander vernetzen würde. Prozesse, Gegenstände und gängige Ansichten von damals sind im Verlauf des 20. Jahrhunderts obsolet geworden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist durch die Digitalisierung ein ebenfalls gänzlich neuer Wandel entstanden. Gerade dieser technische Aspekt bietet Raum für spannende Gedankenspiele, wie der Alltag in der Zukunft aussehen könnte.

Ein Tag in der Zukunft: So könnten ein Tag im 22. Jahrhundert aussehen

Schon jetzt muss der morgendliche Kaffee nicht mehr von Hand zubereitet werden, sondern Kaffeemaschinen lassen sich so programmieren. So zieht pünktlich zum Weckerklingeln bereits der Duft von frischgebrühtem Kaffee durchs Haus zieht. Im 22. Jahrhundert ist der Wecker vielleicht kein traditioneller Wecker mehr, sondern eine Lichtinstallation im Schlafzimmer lässt jeden Morgen einen traumhaften Sonnenaufgang an der Wand aufziehen. Den Kaffee hat längst ein Roboter ans Bett gebracht, welches individuell und maßgeschneidert an den eigenen Rücken angepasst ist und den Morgen mit einer Massagefunktion starten lässt.

Virtual Reality: Virtuelle Realität wird noch viel stärker in den Alltag eingebunden sein, als sie es jetzt bereits ist. Im virtuellen Raum können Freunde getroffen oder gemeinsame Aktivitäten geplant werden, die dank 4D-Technik so lebensecht sind, dass Reisen, Museumsbesuche oder Restaurants überflüssig werden. Büros haben ausgedient, da die Zusammenarbeit mit Kollegen online möglich ist. Niemand muss mehr sein Haus verlassen, um woanders an einem Schreibtisch zu arbeiten. Sämtliche Prozesse sind digital und remote durchführbar.

In der 4D-Welt lässt sich jede beliebige Realität schaffen, die dank spezieller Handschuhe gefühlt und entsprechender Audiotechnik gehört werden kann. Club-Besuche werden überflüssig, da der Club dank VR an jeden beliebigen Ort geholt werden kann. Landbasierte Casinos wird es im 22. Jahrhundert nicht mehr geben, da die Online Glücksspielanbieter das Zepter übernommen haben. Auch an Kinos wird man sich im kommenden Jahrhundert nur noch dunkel erinnern, schließlich lässt sich das gemeinschaftliche Erlebnis des Filmeschauens ebenso über die virtuelle Realität schaffen.

Vernetzung: Eine dauerhafte Vernetzung mit anderen wird das Leben im 22. Jahrhundert bestimmen. Das tatsächliche Erleben ist dem virtuellen Pendant gewichen. Auch die großen Technologiekonzerne, die bereits jetzt zu den wichtigsten Unternehmen der Welt gehören (Facebook, Apple, Google uvm.), sind bis dahin alle miteinander vernetzt. Über sie wird der Alltag organisiert, der Einkauf automatisiert und die Kommunikation gesteuert.

Künstliche Intelligenz: Mikrofone und Lautsprecher werden als kleine Implantate zum ständigen Begleiter werden. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit eines kleinen Clips. „Brillen“, die keine Funktion als Sehhilfe haben, sondern die äußeren Sinneseindrücke kategorisieren, werden von einem Großteil der Menschen getragen. Sie visualisieren vor dem Sichtfeld Routen, Wetterinformationen, Gesundheitsinformationen und können Passanten mit Gesichtserkennung identifizieren. Mit Google Glass hat der Konzern Alphabet bereits Prototypen dieser Art von Brille vorgestellt, die bis ins 22. Jahrhundert perfektioniert sind und von allen getragen werden.

Robotik: Roboter werden sich in der Zukunft fest in den Alltag integriert haben. Sie erledigen lästige Hausarbeiten, liefern Hilfestellungen und haben die Produktion von Gütern komplett übernommen. Auch im Bereich Mobilität könnten Roboter eine Rolle spielen, zum Beispiel in der Steuerung von Fahrzeugen.

Mobilität: Autonomes Fahren wird im 22. Jahrhundert zum Alltag gehören, Fahrzeuge werden ausschließlich von Solarenergie und Strom angetrieben. Der Verbrennungsmotor hat ausgedient und wird nur noch im Museum zu bestaunen sein.

Technologie-Kritik wird es immer geben

Auch im 22. Jahrhundert wird es Menschen geben, die an alten Werten festhalten und mehr mit der Natur und im Hier und Jetzt leben wollen, als im Computer. Die vor 2050 geborenen werden es schwer haben, sich allen Trends anzupassen und von denjenigen, die Technik ablehnen, wird es mehr geben als je zuvor. Für diese Menschen wird es immer komplizierter, im Alltag zurechtzukommen, da jeder Lebensbereich von Technologie durchdrungen sein wird. Eine mögliche Spaltung der Gesellschaft aufgrund der Technologisierung wird daher unvermeidlich sein. Doch auch für diese Personen werden sich Wege und Modelle finden lassen.